# 097 Veranda Dirty Deeds

No 097 Veranda Dirty Deeds

Gretsch Jet Firebird 5441Bereits vor sechs Jahren hab ich mich von Malcom Young’s alter 1963er Gretsch Jet Firebird zur „Veranda Jetlag“ inspirieren lassen. Jetzt, nachdem mir eine coole Gretsch G 5441 Electromatic, die so schon nicht mehr gebaut wird, in die Hände fiel, hat mich das Thema nochmal beflügelt. AC/DC-Gründer Malcom Young (1953-2017), war über 40 Jahre lang der Inbegriff eines extrem groovenden Rhythmusgitarristen. Für seinen kompromisslosen Sound waren nur der Neckpickup seiner Gretsch und ein lauter Marshallamp nötig. Im Laufe seiner Karriere hat er den roten Originallack, das Tremolo und lästige Pickups samt Schalter seiner Gitarre entfernt und ihr deshalb den Namen „Beast“ verliehen.
Da auch ich jetzt eine ehemals neuwertige Gretsch Gitarre durch verschiedene Eingriffe („schändliche Taten“) verunstaltet habe, nenn ich sie meiner Lieblings AC/DC Scheibe entsprechend „Dirty Deeds“! Der Umbau ging relativ schnell von statten – sprich: done dirt cheap!

Die Metamorphose

Gretsch Beast Malcom YoungGanz wie der Meister, hab auch ich erst mal alles einschließlich des Lackes entfernt. Da mir die zwei vorderen Pickupfräsungen, die beim Original wie zwei offene Gräber aus dem Korpus ragen,  etwas zu heftig erschienen, gibt’s bei mir jetzt neben einem amtlichen Filtertron Pickup in Stegposition auch noch einen alten Minihumbucker am Hals. Beide Tonabnehmer wurden auch brav mit einem Rähmchen versehen. Die überraschend hübsch gemaserte Decke wurde honiggelb lasiert und danach mit Nitrolack klarlackiert. Den Toggleswitch hab ich  wieder in Betrieb genommen, das ehemalige Mastervolumen-Poti am rechten Horn ist jetzt das Tonepoti  und zwei der vorher drei unteren Poties regeln jetzt die Lautstärke je eines Pickups. So sehr ich Bigsbys auch liebe, hier war es definitiv fehl am Platz. Zu unbeastig! Ein cooles altes Trapez-Tailpiece rundet jetzt die Sache ab.

Die Kopfplatte

Gretsch HeadstockNachdem auch die Kopfplatte von allen Anbauteilen befreit war, musste sie erst mal leicht angeschliffen werden. Danach den „Gretsch“ Schriftzug mit Tesa abgeklebt, mit schwarzem Lack überlackiert, damit das „Electromatic“ verschwindet, Tesa wieder abgezogen und trocknen lassen. Dann die Kante der Kopfplatte mit einer Feile leicht anphasen und schon entsteht durch das hervortretende helle Holz ein optisches Binding. Eine Schicht leicht „eingegilbten“ (tinted) Klarlack darüber und alles sieht amtlich aus.

Fazit

Durch den fixen Saitenhalter und den originalen Gretsch Filtertron Humbucker am Steg hat die Gitarre jetzt genau das, was ein „Beast“ ausmacht: sehr direkte Ansprache und mächtig Druck! So muss das!!!

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